# Checklisten & Vorlagen

Das praktische Umsetzungs-Toolkit für KMU: schlanke Checklisten und Vorlagen, die Sie online abhaken, ausdrucken oder in die Werkzeuge herunterladen können, die Sie bereits nutzen.

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## MVC-Checkliste – Minimum Viable Compliance (A1.1)

Eine einseitige Grundausstattung an Praktiken, die die meisten KMU umsetzen können, um eine CRA-konforme Integration von Open-Source-Komponenten zu unterstützen. Ausgelegt für begrenzte Zeit und Ressourcen; je nach Risiko verhältnismäßig ausbauen.

### A. Rollen und Verantwortlichkeiten — Wer macht was?

Eine verantwortliche Person benennen für:

- [ ] Auswahl und Freigabe von Abhängigkeiten
- [ ] Schwachstellenüberwachung
- [ ] Sicherheitsupdates / Patches
- [ ] Release-Dokumentation (was sich geändert hat, was aktualisiert wurde)

> Klare Verantwortlichkeiten verhindern, dass Sicherheitsaufgaben stillschweigend vorausgesetzt werden oder niemandem zugeordnet sind.

### B. Überblick über Komponenten — Wissen, was Sie nutzen

- [ ] Ein einfaches FOSS-Komponentenregister führen mit:
  - Name + Version der Komponente
  - Einsatzort (Modul / Produktbereich)
  - Kritikalität (niedrig / mittel / hoch)
  - Exposition (intern / eingeschränkt / öffentlich)
  - Update-Verantwortung
- [ ] Eine SBOM erstellen (mindestens für größere Releases) oder eine gleichwertige Abhängigkeitsliste pflegen

> Transparenz über die eingesetzten Komponenten ist die Grundlage eines risikobasierten Managements.

### C. Grundlegende Sorgfaltsprüfung — Vor der Integration

Für jede wichtige Komponente bestätigen:

- [ ] Sie wird aktiv gepflegt (jüngste Aktivität / Release-Signale)
- [ ] Bekannte Schwachstellen wurden geprüft
- [ ] Die Lizenzkompatibilität wurde geprüft
- [ ] Ein Sicherheitskontakt oder Offenlegungsweg ist vorhanden (falls zutreffend)

### D. Schwachstellenbehandlung — Was Sie tun, wenn ein Problem auftritt

Einen einfachen internen Prozess haben, der folgende Fragen beantwortet:

- [ ] Wie erhalten wir Warnmeldungen zu Schwachstellen?
- [ ] Wer übernimmt die Triage?
- [ ] Wie entscheiden wir über die Dringlichkeit?
- [ ] Wie patchen und veröffentlichen wir?
- [ ] Wie kommunizieren wir Änderungen (Release Notes)?

### E. Updates und Lebenszyklus — Langfristig sicher bleiben

Eine einfache Update-Richtlinie festlegen:

- [ ] Wie oft prüfen wir Updates? (z. B. monatlich + dringende Patches so schnell wie möglich)
- [ ] Wie gehen wir mit Komponenten am End-of-Life um?
- [ ] Wer genehmigt Upgrades von Abhängigkeiten?

Mindestens festhalten:

- [ ] Datum der letzten Überprüfung der Abhängigkeiten
- [ ] Datum des letzten Sicherheitsupdates / Patch-Releases

### F. Nachweise — Belegen können, dass Sie es getan haben

Schlanke Nachweise aufbewahren, die bei Bedarf vorgelegt werden können:

- [ ] Komponentenregister + SBOM
- [ ] Update-Richtlinie (1 Seite genügt)
- [ ] Notizen zur Schwachstellenbehandlung (Prozess + mindestens ein Beispiel-Logeintrag)
- [ ] Release Notes mit Verweis auf Abhängigkeits- / Sicherheitsupdates

> **MVC-Prinzip** — Klein anfangen, konsequent bleiben und Kontrollen risikobasiert ausbauen.



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## Kurz-Checkliste zur Sorgfaltsprüfung (§5.4.5)

Zwölf Fragen, die Sie vor der Integration einer FOSS-Komponente stellen sollten. Sie ersetzen keine strukturierte Risikobewertung, bieten KMU mit begrenzten Ressourcen aber einen leicht zugänglichen und verhältnismäßigen Einstieg.

### Grundlegende Sichtbarkeit

- [ ] Wird das Projekt aktiv gepflegt?
- [ ] Ist die Versionshistorie transparent?
- [ ] Ist ein Sicherheitskontakt öffentlich verfügbar?

### Kenntnis von Schwachstellen

- [ ] Sind Schwachstellen dokumentiert?
- [ ] Werden Korrekturen strukturiert veröffentlicht?
- [ ] Gibt es Belege für Reaktionsfähigkeit?

### Transparenz der Lieferkette

- [ ] Ist die Komponente in der SBOM enthalten?
- [ ] Sind Abhängigkeiten sichtbar?
- [ ] Ist die Versionierung konsistent?

### Aspekte des Lebenszyklus

- [ ] Gibt es Belege für laufende Wartung?
- [ ] Werden Updates klar kommuniziert?
- [ ] Ist der End-of-Life-Status festgelegt?



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## FOSS-Komponentenregister (A1.2)

Ein einfaches Register der in Ihr Produkt integrierten Open-Source-Komponenten. Es unterstützt Nachvollziehbarkeit, Sorgfaltsprüfung und Überwachung über den Lebenszyklus und lässt sich in einer Tabellenkalkulation, in SharePoint, in Git oder in jedem internen Werkzeug pflegen.

| Komponentenname | Version | Eingesetzt in | Kritikalität | Exposition | Lizenz | Maintainer-Aktivität | Letzte Schwachstellenprüfung | Update-Verantwortung | Anmerkungen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| ExampleAuthLib | 2.4.1 | Authentifizierungsmodul | Hoch | Öffentlich | MIT | Aktiv (monatliche Releases) | 12. Feb. 2026 | CTO | Sicherheitskritisch. CVE-2025-XXXX in v2.4.1 behoben. Kontinuierliche Überwachung aktiviert. |
|   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |
|   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |
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- **Kritikalität:** Niedrig / Mittel / Hoch
- **Exposition:** Intern / Eingeschränkt / Öffentlich



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## Steckbrief für Open-Source-Komponenten (A1.3)

Für Komponenten mit mittlerer oder hoher Kritikalität sowie für alle öffentlich exponierten Komponenten. Ergänzt das Komponentenregister um die Begründung, warum die Komponente ausgewählt wurde und welche Überwachung besteht.

### Komponente

- **Komponentenname**:
- **Version / genutzter Versionsbereich**:
- **Repository / Referenzlink** (optional):
- **Eingesetzt in** (Modul / Funktion):
- **Funktionale Kritikalität** (Niedrig / Mittel / Hoch):
- **Exposition** (Intern / Eingeschränkt / Öffentlich):
- **Lizenz**:

### Begründung der Auswahl — Warum diese Komponente?

- **Warum wurde sie gewählt?** (z. B. passender Funktionsumfang, Stabilität, Performance, Ökosystem)
- **Geprüfte Alternativen** (falls vorhanden):

### Durchgeführte grundlegende Sorgfaltsprüfung

- [ ] Maintainer-Aktivität geprüft
- [ ] Schwachstellenhistorie geprüft
- [ ] Sicherheitskontakt / Offenlegungsweg vorhanden (falls zutreffend)
- [ ] Lizenzkompatibilität bestätigt
- [ ] In der SBOM enthalten

### Bekannte Risiken / Anmerkungen

- **Bekannte Einschränkungen / Bedenken**:
- **Bedenken zur Abhängigkeitstiefe** (falls relevant):

### Überwachung und Verantwortung

- **Update-Verantwortung / verantwortliche Person**:
- **Quelle(n) für die Schwachstellenüberwachung** (z. B. Sicherheitshinweise, CVE-Feeds, Repository-Warnungen):
- **Prüfintervall** (z. B. monatlich + bei dringenden Warnungen nach Bedarf):
- **Datum der letzten Prüfung**:
- **Datum der nächsten geplanten Prüfung**:



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## Mini-Playbook zur Schwachstellenbehandlung (A1.4)

Ein strukturierter, aber schlanker Ablauf zur Schwachstellenbehandlung im KMU-Format, von der ersten Warnmeldung bis zum Abschluss.

### 1. Eingang — Wie wir Warnmeldungen erhalten

Überwachte Quellen:

- [ ] Sicherheitshinweise der Projekte
- [ ] CVE-Datenbanken
- [ ] Werkzeug zum Scannen von Abhängigkeiten
- [ ] Meldungen von Kunden
- [ ] Interne Tests

- **Verantwortlich für Warnmeldungen**:
- **Vertretung**:

### 2. Triage — Schweregrad und Dringlichkeit festlegen

Für jede Schwachstelle festhalten:

- **Betroffene Komponente und Version(en)**:
- **Wird sie in unserem Produkt verwendet?** (Ja / Nein)
- **Expositionskontext** (Intern / Eingeschränkt / Öffentlich):
- **Funktionale Kritikalität** (Niedrig / Mittel / Hoch):
- **Hinweise auf Ausnutzbarkeit** (falls bekannt):
- **Vorgeschlagene Priorität der Reaktion** (Niedrig / Mittel / Hoch):

Entscheidungsregel (einfach):

- Hohe Kritikalität + öffentliche Exposition → als dringend behandeln
- Mittleres Risiko → geplante Behebung
- Niedriges Risiko → nachverfolgen und im nächsten geplanten Zyklus beheben

### 3. Behebung — Beheben und verifizieren

Ergriffene Maßnahme:

- [ ] Upgrade auf die korrigierte Version
- [ ] Patch anwenden
- [ ] Gegenmaßnahme / Konfigurationsänderung
- [ ] Vorübergehender Workaround

- **Verantwortlich**:
- **Zieldatum**:
- **Durchgeführte Validierung** (z. B. Tests / Regressionstests / Prüfung des Deployments):

### 4. Release und Kommunikation

- **Release Notes aktualisiert** (Ja / Nein):
- **SBOM aktualisiert** (Ja / Nein):
- **Kommunikation an Kunden / intern erforderlich?** (Ja / Nein)
- **Falls ja: Kanal und Verantwortliche(r) für die Mitteilung**:

### 5. Abschluss und Erkenntnisse

- **Abschlussdatum**:
- **Was gut lief / was wir beim nächsten Mal verbessern** (1–2 Stichpunkte):



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## Richtlinie für Abhängigkeits-Updates (A1.5)

Eine Kurzrichtlinie, die festlegt, wie Abhängigkeiten von Dritten geprüft, aktualisiert und ausgemustert werden. Eine Seite genügt.

### Geltungsbereich

Gilt für Abhängigkeiten von Dritten, einschließlich FOSS-Komponenten.

### Grundsatz

Abhängigkeiten werden risikobasiert und lebenszyklusorientiert gepflegt. Update-Maßnahmen richten sich verhältnismäßig nach Kritikalität, Exposition und Schadenspotenzial.

### Update-Rhythmus

- **Routinemäßige Prüfung der Abhängigkeiten** (z. B. monatlich / vierteljährlich):

Sicherheitsupdates werden je nach Risikoeinstufung eingespielt:

- **Hohes Risiko:** so schnell wie möglich
- **Mittleres Risiko:** geplante Behebung im nächsten Release-Zyklus
- **Niedriges Risiko:** nachverfolgt und im Rahmen der regulären Wartung behoben

### Entscheidungsverantwortung

- **Verantwortlich für die Freigabe von Abhängigkeits-Upgrades**:
- **Verantwortlich für die Freigabe dringender Sicherheitskorrekturen**:

### Abhängigkeiten am End-of-Life

Wird eine Abhängigkeit nicht mehr unterstützt oder erreicht sie ihr End-of-Life, gehen wir wie folgt vor:

- Das Risiko festhalten
- Alternativen bewerten
- Migration oder kompensierende Kontrollen planen
- Entscheidung und Zeitplan dokumentieren



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## SBOM-Checkliste für KMU (A1.6)

Was eine Software Bill of Materials enthalten sollte und wann sie zu erstellen ist. Eine SBOM unterstützt Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei Produkten mit FOSS-Komponenten; SBOM-Praktiken lassen sich schrittweise einführen.

### Was erfasst werden sollte — Mindestumfang

- [ ] Produktname + Version (Release-Kennung)
- [ ] Komponentenname + Version
- [ ] Direkte und transitive Abhängigkeiten (soweit verfügbar)
- [ ] Lizenzinformationen (soweit machbar)
- [ ] Eindeutige Kennungen (sofern verfügbar, z. B. Package URL / Hashes)

### Wann die SBOM erstellt oder aktualisiert werden sollte

Mindestens:

- [ ] Bei größeren Releases (z. B. Version 1.0, 1.1, 2.0)

Empfohlen:

- [ ] Bei jedem Release, das Abhängigkeiten ändert

Immer aktualisieren, wenn:

- [ ] Ein Sicherheitspatch das Upgrade einer Abhängigkeit erfordert
- [ ] Eine kritische / stark exponierte Komponente die Version wechselt
- [ ] Eine Schwachstellenbehebung umgesetzt wird

### SBOM-Reifegrade

#### Stufe 1 — Grundlegend

- Strukturierte Abhängigkeitsliste
- Aktualisierung bei größeren Releases
- Mit der Release-Dokumentation verknüpft

#### Stufe 2 — Strukturiert

- Automatisierte SBOM-Erstellung (wo möglich)
- Direkte + transitive Abhängigkeiten
- Erfassung der Lizenzen
- SBOM wird mit den Release-Artefakten gespeichert

#### Stufe 3 — Fortgeschritten

- In CI/CD integrierte SBOM-Erstellung
- Kontinuierliche Überwachung der Abhängigkeiten
- Hash-Verifizierung
- Versionshistorie der SBOMs
- Schnelle Auswirkungsanalyse bei CVEs



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_Basierend auf dem OCCTET-Projektergebnis D2.3 – CRA Adoption Best Practice Document (v1.0, März 2026), lizenziert unter CC BY 4.0._

<https://occtet.eu/de/best-practices/checklists-and-templates/>
